© Daniel Devecioglu

FRÄULEIN JULIE

Renaissance-Theater Berlin

Der Handlungsrahmen von Strindbergs wohl berühmtestem und meistgespieltem Drama ist schlicht:

Fräulein Julie, Tochter eines Grafen und Gutshofbesitzers, ist zwar privilegiert, würde aber am liebsten das enge Gefängnis der Standesgrenzen sprengen. Diener Jean träumt dagegen von sozialem Aufstieg und Prestige. Beide vereint die unbefriedigte Sehnsucht nach Freiheit, Liebe und das verzweifelte Streben nach Individualität.

In Abwesenheit des Vaters lässt sich Julie in der Mittsommernacht mit dem Diener Jean ein. 
Schon am nächsten Morgen folgen auf den Fehltritt Ernüchterung, Reue und tiefe Verzweiflung, die schließlich – zusätzlich angestachelt von Jean – im Selbstmord des Fräuleins enden. 

Strindbergs 1888 entstandenes und damals als Skandal empfundenes Stück über den Kampf zwischen Mann und Frau, der zum Kampf mit sich selbst führt, zählt mittlerweile nicht nur zu den meistgespielten Werken des schwedischen Schriftstellers, sondern auch zu den Klassikern der modernen Beziehungsdramatik überhaupt.