DER VOGELHÄNDLER
Landestheater Detmold
Die Post-Christel und ihr Adam aus Tirol wollen heiraten – doch wie so oft steht das liebe Geld dem Glück im Weg. Während Adam seinen Charme lieber bei anderen Frauen erprobt, nimmt Christel die Sache selbstbewusst in die Hand. Entschlossen, ihrem Herzbuben zu einer sicheren Anstellung zu verhelfen, verschafft sie sich kurzerhand Zugang zum Kurfürsten. Was als pragmatischer Plan beginnt, entfaltet rasch eine Kette aus Verwicklungen, Intrigen und amourösen Missverständnissen.
Ein junges Paar zwischen Geldsorgen, Geheimnissen, Machtstreben, Eifersucht, Liebe und Erotik – und damit sind sie keineswegs allein. Auch im höfischen Umfeld wird taktiert, geliebt und intrigiert, bis sich die Frage stellt: Wer spielt hier eigentlich welches Spiel, und wer behält am Ende die Oberhand?
Mit Der Vogelhändler schuf Carl Zeller 1891 einen der großen Klassiker der Operette. Die Partitur ist reich an eingängigen Melodien und musikalischen Schmankerln wie Schenkt man sich Rosen in Tirol. Inhaltlich verlegt das Werk große Opernstoffe wie Die Hochzeit des Figaro oder Der Rosenkavalier ins ländliche Idyll – und zeigt mit viel Witz, dass Adel und Bürgertum sich näher sind, als sie selbst glauben.
Eine spritzige Operette voller Lebenslust, Tempo und augenzwinkernder Gesellschaftskritik – und ein weiteres Beispiel dafür, dass man(n) sich besser nicht mit klugen, entschlossenen Frauen anlegt.