© Felix Noé und Hardy Welsch

Lüdenscheider Gespräche

Prof. Dr. Peter Brandt - Erinnerungen und Begegnungen

„Sich ändern, um sich treu zu bleiben“

Wenn sich die politische Geschichte der Bundesrepublik seit den 1960er-Jahren in einer Biografie wiederfindet, dann in der des Intellektuellen, Historikers und bekennenden Sozialisten Peter Brandt – des 1948 geborenen ältesten Sohns von Willy Brandt. Früh ging er eigene Wege, war Teil der Protestbewegung der späten 1960er-Jahre, stand vor Gericht wegen Demonstrationsdelikten und schloss Freundschaft mit Rudi Dutschke.
Mit seinen autobiographischen Erinnerungen führt Peter Brandt die Leserinnen und Leser durch die Bonner Republik. Seine trotzkistischen Positionen aus jungen Jahren hat er nach und nach verändert und wurde ein entschiedener Verfechter des demokratischen Reformsozialismus. Er erhielt eine Professur für deutsche und europäische Geschichte an der FernUniversität in Hagen, trat als Gutachter im »Hohenzollernstreit« hervor und engagierte sich als Publizist für oftmals umstrittene politische Projekte und Friedensinitiativen. Seine Positionen zu Volk, Staat und Nation gelten heute für einen „Linken“ als eher ungewöhnlich. Doch was Peter Brandt für richtig und wichtig hält – dem bleibt er treu, auch wenn er sich dafür verändern musste.

Peter Brandt
geb. 1948, Prof. Dr. phil. habil., leitete von 1989 bis 2014 das Lehrgebiet Neuere Deutsche und Europäische Geschichte und war Direktor des Dimitris-Tsatsos Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften der FernUniversität in Hagen.

Arthur Schlegelmilch
Prof. Dr., war 2007 von 2021 Leitender Direktor des Instituts für Geschichte und Biographie der FernUniversität in Hagen.