LÜDENSCHEIDER GESPRÄCHE
„Die Toten von Meschede. Ein Kriegsendzeitverbrechen im März 1945“
Die Toten von Meschede
Rekonstruktion, Strafverfolgung und Erinnerungskultur eines Kriegsverbrechens
Zwischen dem 21. und 23. März 1945 – kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs – verübten Angehörige der “Division zur Vergeltung” zwischen Warstein und Meschede im Sauerland eines der größten Kriegsendphaseverbrechen in Deutschland außerhalb von Konzentrationslagern und Gefängnissen. Hans Kammler, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS, ließ an drei Stellen im Arnsberger Wald 208 polnische und russische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ermorden. Obwohl das Verbrechen seit 1945 bekannt war, beschäftigt sich die historische Forschung erst seit wenigen Jahren eingehend mit dem Massaker. Der Historiker Marcus Weidner hat die Hintergründe und das Ereignis sowie die justizielle Aufarbeitung und das Gedenken an diesen Massenmord erforscht. Archäologe Manuel Zeiler hat die drei Erschießungsorte samt Friedhöfen archäologisch untersucht. Dabei wurden zahlreiche Funde – Täterwerkzeuge ebenso wie Habseligkeiten der Opfer – geborgen, die die letzten Stunden im Leben der Ermordeten bezeugen und Aufschlüsse über den Ablauf der grausamen Taten geben.
Dr. Marcus Weidner
ist Historiker. Seit 2002 ist er Wissenschaftlicher Referent am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Münster. Schwerpunkte seiner Forschung sind NS-Geschichte und Kriegsverbrechen, Erinnerungskultur, Adel, Digital Humanities, KI und Geschichte.
Dr. Manuel Zeiler
ist Archäologe. Seit 2012 ist er Wissenschaftlicher Referent in der Außenstelle Olpe der LWL-Archäologie für Westfalen und dort unter anderem mit der Montanarchäologie und der Betreuung lizensierter Metallsondengehenden betraut.