PHILHARMONIE SÜDWESTFALEN
3. Sinfoniekonzert
Mit einem ebenso klug komponierten wie spannungsreichen Programm widmet sich dieses Sinfoniekonzert der Wiederentdeckung einer zu Unrecht lange übersehenen Komponistin – und stellt ihr Werk in einen fruchtbaren Dialog mit Ludwig van Beethoven.
Die Ouvertüre Nr. 2 D-Dur von Emilie Mayer eröffnet den Abend mit kraftvoller Geste und klarer formaler Anlage. Mayer, die zu Lebzeiten als „weiblicher Beethoven“ bezeichnet wurde, behauptete sich im 19. Jahrhundert in einer von Männern dominierten Musiklandschaft mit beeindruckender Eigenständigkeit.
Im Zentrum des ersten Konzertteils steht Beethovens Sinfonie Nr. 8 F-Dur Op. 93 – ein Werk, das oft als „heiter“ oder „klassisch“ beschrieben wird, dabei jedoch eine subtile Modernität und feinsinnige Ironie entfaltet. Beethoven blickt hier bewusst auf die Tradition Joseph Haydns zurück, spielt mit Erwartungen und überrascht mit rhythmischer Raffinesse, pointierten Kontrasten und ungewöhnlichen formalen Lösungen.
Nach der Pause rückt mit Emilie Mayers Sinfonie Nr. 7 f-Moll ein groß angelegtes Werk der romantischen Sinfonik in den Mittelpunkt. Mit dramatischer Zuspitzung, lyrischer Intensität und einer differenzierten Orchesterbehandlung entfaltet Mayer hier eine eigenständige Tonsprache, die den Vergleich mit ihren berühmten Zeitgenossen nicht zu scheuen braucht. Ihre Musik bewegt sich souverän zwischen klassischer Form und romantischer Ausdruckswelt .
Unter der Leitung von Sigiswald Kuijken entsteht so ein Konzertabend, der musikalische Traditionen neu beleuchtet und zugleich eine bedeutende Komponistin wieder ins Bewusstsein rückt. Ein Programm, das Bekanntes in neuem Licht zeigt und Entdeckungen ermöglicht.