LÜDENSCHEIDER GESPRÄCHE

„Generation Mauerbau“

Filmvorführung und Diskussion

In dem Film „Generation Mauerbau“ kommen Menschen zu Wort, die im Jahr 1961 in Sachsen, Baden-Württemberg, Ost- oder West-Berlin geboren wurden. Bei der Wiedervereinigung waren sie 28 Jahre alt, junge Erwachsene, die sich gerade in den Beruf eingefunden und oft eine Familie gegründet hatten. Während sich für die Menschen aus der DDR nahezu alle Lebensbereiche änderten, blieb in der alten BRD das Gesellschaftssystem und damit der Alltag nahezu gleich. Wie haben Menschen diese Zeit des Umbruchs in Ost und West erlebt? Was wussten sie vom jeweils anderen Teil Deutschlands? Wie erinnern sie sich an ihr Leben im geteilten und wiedervereinigten Deutschland? Was trennt, was verbindet?
Anfang der 2020er Jahre führte das Künstler- und Filmemacherduo Ina Rommee (geb. 1988 in Temirtau, Kasachstan) und Stefan Krauss (geb. 1983 in Backnang) in einem gemeinsamen Projekt mit der Historikerin und Bildungsforscherin Dr. Christiane Bertram 26 lebensgeschichtliche Interviews mit Angehörigen der „Generation Mauerbau“.
In dem Projekt werden Oral History, historisch-politische Bildung und Videokunst miteinander verbunden. Die Videokünstler:innen bringen mit ihrer empathischen Gesprächsführung und sensiblen Bearbeitung der Interviews die Interviewten virtuell miteinander ins Gespräch. Der Film – eine Komposition von Ausschnitten aus zehn ausgewählten Interviews – bietet einen wertschätzenden Blick auf die Alltagserfahrungen und Lebensgeschichten der Befragten im Kontext der deutsch-deutschen Geschichte.

Ina Rommee und Stefan Krauss
realisieren als Berliner Künstler- und Filmemacherduo dokumentarische Filme und künstlerische Mehrkanal-Videoinstallationen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen persönliche Lebensgeschichten, die sie zu filmischen Gesprächscollagen verweben. Ihre Arbeiten waren unter anderem bei der Stiftung Berliner Mauer, in der Gedenkstätte Bautzen und im Haus der Geschichte Baden-Württemberg zu sehen.

Dr. Christiane Bertram
leitet den Bereich „Historisches Lernen“ am Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung der Universität Tübingen. Sie forscht u.a. zur Wirksamkeit von Zeitzeug*innen im Geschichtsunterricht und zur Erfassung und Förderung der Kompetenzen historischen Denkens.